
Bluthochdruck · Chronische Erkrankungen & Co. · Innere Medizin
Blasenentzündung und weitere Erkrankungen der Harnwege
bei Hund und Katze
Blasenentzündung – individuell betrachtet
Erkrankungen der Harnwege gehören zu den häufigsten Gründen für einen Tierarztbesuch bei Hund und Katze. Blut im Urin, häufiges Wasserlassen, Schmerzen beim Harnabsatz oder Unsauberkeit können ganz unterschiedliche Ursachen haben.
Während beim Hund bakterielle Blasenentzündungen vergleichsweise häufig vorkommen, stehen bei der Katze oft andere Erkrankungen der unteren Harnwege im Vordergrund. Deshalb ist eine sorgfältige Diagnostik entscheidend, um die Ursache der Beschwerden zu erkennen und die passende Behandlung einzuleiten.
Blasenentzündungen beim Hund
Beim Hund werden Blasenentzündungen häufig durch bakterielle Infektionen verursacht. Besonders bei wiederkehrenden Harnwegsinfektionen ist es wichtig, nicht nur die Entzündung zu behandeln, sondern auch nach der eigentlichen Ursache zu suchen.
Dazu können unter anderem gehören:
-
Harnsteine
-
anatomische Veränderungen der Harnwege
-
Tumorerkrankungen
-
hormonelle Erkrankungen wie Diabetes mellitus oder Morbus Cushing
-
andere Grunderkrankungen
Gerade bei wiederkehrenden Beschwerden ist eine gezielte Diagnostik wichtig. Dazu gehört häufig auch eine bakteriologische Untersuchung des Urins, damit Antibiotika gezielt und verantwortungsvoll eingesetzt werden können.
Erkrankungen der unteren Harnwege bei der Katze
Bei Katzen unterscheiden sich Erkrankungen der Harnwege häufig deutlich von denen des Hundes. Während bakterielle Blasenentzündungen vergleichsweise selten sind, gehört die Feline Idiopathische Cystitis (FIC) zu den häufigsten Ursachen für Beschwerden der unteren Harnwege.
FIC ist eine komplexe Erkrankung, bei der meist mehrere Faktoren zusammenwirken. Deshalb steht für uns nicht nur die Behandlung der akuten Beschwerden im Vordergrund, sondern vor allem die sorgfältige Suche nach möglichen Auslösern.
Dazu gehören beispielsweise:
-
Stress im Mehrkatzenhaushalt
-
Konflikte zwischen Katzen
-
Veränderungen im häuslichen Umfeld
-
Schmerzen durch andere Erkrankungen (z. B. Arthrose)
-
Übergewicht
-
Bewegungsmangel
-
unzureichende Wasseraufnahme
-
Haltungs- und Umweltfaktoren
Eine ausführliche Anamnese ist deshalb ein wesentlicher Bestandteil unserer Diagnostik. Gemeinsam mit Ihnen analysieren wir die Lebensumstände Ihrer Katze und entwickeln ein individuelles Konzept, um mögliche Auslöser zu erkennen und Rückfälle möglichst zu vermeiden.
Wir sind eine Cat Friendly Gold zertifizierte Praxis
Als Cat Friendly Gold zertifizierte Praxis wissen wir, dass Katzen Schmerzen und Stress häufig lange verbergen.
Gerade bei der Feline Idiopathischen Cystitis (FIC) betrachten wir deshalb nicht nur die Harnwege, sondern die Katze als Ganzes. Gemeinsam mit Ihnen suchen wir gezielt nach möglichen Auslösern wie Schmerzen, Stress im Mehrkatzenhaushalt oder Veränderungen im Lebensumfeld. Denn nur wenn die Ursachen erkannt werden, lassen sich Rückfälle langfristig vermeiden.
Bei komplexen oder wiederkehrenden Fällen arbeiten wir bei Bedarf mit tierärztlichen Expertinnen und Experten für Katzenverhalten zusammen. So können medizinische und verhaltensbedingte Ursachen gemeinsam beurteilt und in die Behandlung einbezogen werden.

Harnsteine bei Hund und Katze
Harnsteine kommen sowohl beim Hund als auch bei der Katze häufig vor und können Beschwerden wie Blut im Urin, Schmerzen beim Wasserlassen oder wiederkehrende Blasenentzündungen verursachen.
Je nach Steinart unterscheiden sich Diagnostik und Behandlung erheblich. Manche Harnsteine können durch eine spezielle Diät aufgelöst werden, andere müssen chirurgisch entfernt werden.
Röntgen- und Ultraschalluntersuchungen ergänzen sich dabei ideal und ermöglichen eine gezielte Diagnostik sowie eine individuell abgestimmte Therapie.
Harnröhrenverschluss beim Kater – ein dringender Notfall
Kann ein Kater keinen oder nur noch wenige Tropfen Urin absetzen, handelt es sich um einen dringenden tiermedizinischen Notfall. Ohne rasche Behandlung kann ein Harnröhrenverschluss innerhalb kurzer Zeit lebensbedrohlich werden.
Die Behandlung umfasst zunächst die Stabilisierung des Patienten sowie die Wiederherstellung des Harnabflusses, meist durch das Einlegen eines Harnkatheters unter Sedation oder Narkose. Anschließend ist in der Regel eine mehrtägige stationäre Überwachung erforderlich.
Bei wiederkehrenden Harnröhrenverschlüssen können in einzelnen Fällen auch chirurgische Maßnahmen notwendig werden.
Unsere Diagnostik
Jeder Patient und jede Erkrankung sind unterschiedlich. Deshalb richten wir die Diagnostik immer nach den Beschwerden, dem Allgemeinzustand und den bisherigen Untersuchungsergebnissen aus.
Häufig genügt bereits eine gründliche klinische Untersuchung, ergänzt durch eine Urinuntersuchung. Bestehen die Beschwerden länger, treten sie wiederholt auf oder besteht der Verdacht auf eine schwerwiegendere Erkrankung, können weiterführende Untersuchungen sinnvoll sein.
Je nach Fragestellung stehen uns unter anderem folgende diagnostische Möglichkeiten zur Verfügung:
-
Klinische Untersuchung
-
Urinuntersuchung
-
Urinsediment
-
bakteriologische Urinkultur
-
Blutuntersuchungen
-
Röntgen
-
Ultraschall der Harnwege
Für die bakteriologische Untersuchung gewinnen wir den Urin häufig direkt aus der Harnblase (Zystozentese). Dadurch lassen sich Keime sicher nachweisen und Antibiotika gezielt auswählen.
Individuelle Behandlung
Die Behandlung richtet sich immer nach der Ursache der Erkrankung und den Bedürfnissen des einzelnen Patienten.
Je nach Diagnose kommen unter anderem folgende Maßnahmen infrage:
-
Schmerztherapie zur Linderung der Beschwerden
-
individuell angepasste Ernährung, beispielsweise bei bestimmten Harnsteinen
-
Förderung der Wasseraufnahme
-
Antibiotikatherapie bei nachgewiesenen bakteriellen Infektionen
-
Infusionstherapie bei schwer erkrankten Patienten
-
stationäre Behandlung bei Harnröhrenverschluss oder anderen schweren Erkrankungen
-
chirurgische Eingriffe, wenn diese medizinisch erforderlich sind
Nicht jede Blasenentzündung muss mit Antibiotika behandelt werden. Eine sorgfältige Diagnostik hilft dabei, bakterielle Infektionen sicher nachzuweisen und Antibiotika gezielt einzusetzen. So vermeiden wir unnötige Behandlungen und leisten gleichzeitig einen wichtigen Beitrag zum verantwortungsvollen Einsatz von Antibiotika.
Warum unsere Praxis?
Strukturierte Ursachenforschung
Nicht jede Blasenentzündung hat dieselbe Ursache. Unser Ziel ist es, die eigentliche Ursache der Beschwerden zu erkennen und die Behandlung individuell darauf abzustimmen.
Moderne Diagnostik
Von der Urinuntersuchung über Urinkultur bis hin zu Röntgen und Ultraschall stehen uns moderne diagnostische Möglichkeiten zur Verfügung – immer angepasst an den einzelnen Patienten.
Cat Friendly Gold – speziell für Katzen
Als Cat Friendly Gold zertifizierte Praxis berücksichtigen wir die besonderen Bedürfnisse unserer Katzenpatienten. Gerade bei der Feline Idiopathischen Cystitis (FIC) spielen Schmerzen, Stress und Umweltfaktoren eine entscheidende Rolle. Deshalb betrachten wir nicht nur die Harnwege, sondern die Katze als Ganzes und entwickeln gemeinsam mit Ihnen ein individuelles Konzept, um Rückfälle möglichst zu vermeiden.
Stationäre Behandlung von Notfällen
Kater mit Harnröhrenverschluss benötigen häufig eine intensive stationäre Betreuung mit Harnkatheter, Infusionstherapie und engmaschiger Überwachung.
Zusammenarbeit mit Ihrer Haustierärztin oder Ihrem Haustierarzt
Viele Patienten werden von ihrer Haustierpraxis zur weiterführenden Diagnostik oder Therapie an uns überwiesen. Untersuchungsergebnisse und Therapieempfehlungen werden zeitnah weitergegeben, sodass Ihr Tier – wenn gewünscht – anschließend wieder in der vertrauten Praxis weiterbetreut werden kann.
FAQ: Blasenentzündung bei Hund und Katze

Wir für dein Tier
Warum bringen Tierhalter aus dem Allgäu ihre Katzen mit Harnwegserkrankungen zu uns?
Harnwegserkrankungen können sehr unterschiedliche Ursachen haben. Deshalb legen wir besonderen Wert auf eine strukturierte Diagnostik und eine individuell auf den Patienten abgestimmte Behandlung. Von der Urinuntersuchung und Urinkultur über Röntgen und Ultraschall bis hin zur stationären Betreuung bei Harnröhrenverschlüssen stehen uns moderne diagnostische und therapeutische Möglichkeiten zur Verfügung.
Als Cat Friendly Gold zertifizierte Praxis berücksichtigen wir insbesondere die besonderen Bedürfnisse unserer Katzenpatienten. Bei Erkrankungen wie der Felinen Idiopathischen Cystitis betrachten wir nicht nur die Harnwege, sondern die Katze als Ganzes und beziehen Schmerzen, Stress und Umweltfaktoren in das Behandlungskonzept ein.
