
Bluthochdruck · Chronische Erkrankungen & Co. · Innere Medizin
Bluthochdruck beim Hund
Blutdruck messen und frühzeitig erkennen
Bluthochdruck – medizinisch systemische arterielle Hypertension – kommt auch bei Hunden vor
Er verursacht häufig lange Zeit keine eindeutigen Beschwerden, kann aber empfindliche Organe schädigen – insbesondere Augen, Nieren, Gehirn und Herz.
Vor allem bei älteren Hunden und bei bestimmten Grunderkrankungen ist die Blutdruckmessung deshalb ein wichtiger Bestandteil der internistischen Untersuchung.
Blutdruck messen beim Hund
Der Blutdruck lässt sich beim Hund schonend und ohne Narkose messen. Dafür stehen zwei unterschiedliche Messverfahren zur Verfügung.
Bei der oszillometrischen Blutdruckmessung mit dem PetMAP wird – ähnlich wie beim Menschen – eine passende Manschette an einem Bein oder am Schwanz angelegt. Das Gerät ermittelt daraus die Blutdruckwerte.
Alternativ kann der Blutdruck mittels Doppler-Verfahren bestimmt werden. Auch hierbei wird eine Blutdruckmanschette angelegt. Mit einer kleinen Dopplersonde wird zusätzlich der Blutfluss in einer oberflächlich gelegenen Arterie hörbar gemacht. Auf diese Weise lässt sich insbesondere der systolische Blutdruck zuverlässig bestimmen. Welches Verfahren eingesetzt wird, wird individuell nach Patient und Messsituation entschieden.
Aufregung und Stress können den Blutdruck vorübergehend deutlich erhöhen. Eine ruhige Messsituation ist deshalb eine wichtige Voraussetzung für aussagekräftige Ergebnisse.
Es sollten mehrere aufeinanderfolgende Messungen durchgeführt und der Blutdruck anhand einer Serie möglichst gleichmäßiger Werte beurteilt werden.
Die Folgen von Bluthochdruck:
Dauerhaft erhöhter Blutdruck kann kleine Blutgefäße und dadurch verschiedene Organe schädigen. Man spricht von sogenannten Zielorganschäden.
Augen
Blutungen im Augeninneren sowie Veränderungen oder Ablösungen der Netzhaut können das Sehvermögen beeinträchtigen und bis zur plötzlichen Erblindung führen. Manchmal ist diese sogar das erste erkennbare Anzeichen eines Bluthochdrucks.
Nieren
Nierenerkrankungen können Bluthochdruck begünstigen – gleichzeitig kann ein erhöhter Blutdruck die Nieren weiter schädigen. So kann ein ungünstiger Kreislauf entstehen.
Gehirn und Nervensystem
Mögliche Folgen sind unter anderem Desorientierung, Gleichgewichtsstörungen, Verhaltensänderungen oder Krampfanfälle.
Herz
Muss die linke Herzkammer dauerhaft gegen einen erhöhten Widerstand arbeiten, kann sich der Herzmuskel verdicken. Bei entsprechenden Herzveränderungen gehört die Blutdruckmessung deshalb auch zur Ursachenabklärung.
Bluthochdruck beim Hund
Beim Hund ist ein dauerhaft erhöhter Blutdruck bei ansonsten gesunden Tieren seltener. Wird eine Hypertension festgestellt, wird deshalb gezielt nach einer möglichen Grunderkrankung gesucht.
Dazu gehören insbesondere:
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akute und chronische Nierenerkrankungen
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Cushing-Syndrom (Hyperadrenokortizismus)
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Diabetes mellitus
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seltenere hormonelle Erkrankungen wie Phäochromozytom oder primärer Hyperaldosteronismus
Welche weiteren Untersuchungen sinnvoll sind, richtet sich nach Alter, Vorgeschichte, Beschwerden und den übrigen Untersuchungsbefunden.
Wann ist Blutdruckmessung sinnvoll
Den Blutdruck beim Hund zu messen ist besonders dann sinnvoll, wenn Erkrankungen bekannt sind, die mit einem erhöhten Blutdruck einhergehen können. Dazu zählen insbesondere Nierenerkrankungen sowie bestimmte hormonelle Erkrankungen.
Auch Veränderungen an den Augen, eine plötzliche Einschränkung des Sehvermögens, neurologische Auffälligkeiten oder bestimmte Veränderungen am Herzen können Anlass für eine Blutdruckmessung sein.
Darüber hinaus empfehlen internationale Leitlinien bei Hunden ab einem Alter von etwa neun Jahren regelmäßige Blutdruckkontrollen.
Bei Tieren mit entsprechenden Grunderkrankungen können kürzere Kontrollintervalle sinnvoll sein.
Wie wird Bluthochdruck behandelt?
Wird ein Bluthochdruck festgestellt, geht es nicht nur darum, den Blutdruck zu senken. Ebenso wichtig ist die Frage: Warum ist er erhöht und sind möglicherweise bereits Organe geschädigt?
Je nach Befund können deshalb beispielsweise Blut- und Urinuntersuchungen, Ultraschalluntersuchungen, Hormondiagnostik oder eine genaue Untersuchung der Augen einschließlich des Augenhintergrundes sinnvoll sein.
Bestätigt sich ein behandlungsbedürftiger Bluthochdruck, stehen wirksame Medikamente zur Verfügung. Gleichzeitig wird – soweit möglich – die zugrunde liegende Erkrankung behandelt.
Regelmäßige Blutdruckkontrollen zeigen anschließend, ob die Therapie ausreichend wirkt und gegebenenfalls angepasst werden muss.
Bluthochdruck frühzeitig erkennen
Bluthochdruck bleibt häufig lange unbemerkt. Gerade bei älteren oder vorerkrankten Hunden ist die Blutdruckmessung deshalb ein wichtiger Bestandteil der Vorsorge und internistischen Diagnostik.
Sie ist unkompliziert und nicht invasiv – und kann helfen, einen erhöhten Blutdruck zu erkennen, bevor bleibende Schäden beispielsweise an Augen oder Nieren entstehen.

FAQ: Bluthochdruck bei Hund und Katze

Wir für dein Tier
Bluthochdruck erkennen, bevor Organe Schaden nehmen.
Bluthochdruck bleibt bei Hunden häufig lange unbemerkt, kann aber Augen, Nieren, Herz und Gehirn nachhaltig schädigen. Mit schonenden Blutdruckmessungen und einer gezielten internistischen Abklärung können wir erhöhte Werte frühzeitig erkennen und möglichen Grunderkrankungen auf den Grund gehen. Dabei betrachten wir immer den gesamten Gesundheitszustand deines Hundes, um die notwendigen Untersuchungen und Behandlungsschritte individuell abzustimmen.
Besonders bei älteren Hunden und bei bestehenden Nieren- oder Hormonerkrankungen sind regelmäßige Blutdruckkontrollen sinnvoll. Wir beraten dich gerne, ob eine Messung für deinen Hund empfehlenswert ist, und begleiten ihn bei Bedarf mit gezielter Diagnostik und Therapie.
