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Ärztin misst Blutzucker am Hundeohr
Bluthochdruck · Chronische Erkrankungen & Co. · Innere Medizin

Diabetes mellitus 
Bei Hund und Katze

Wenn Hormone aus dem Gleichgewicht geraten

 

Hormone steuern nahezu alle wichtigen Körperfunktionen. Sie beeinflussen unter anderem den Stoffwechsel, den Wasserhaushalt, das Wachstum, den Blutdruck sowie die Funktion zahlreicher Organe.

 

Gerät dieses fein abgestimmte System aus dem Gleichgewicht, können sehr unterschiedliche Beschwerden entstehen – häufig schleichend und zunächst unspezifisch. Vermehrtes Trinken und Harnabsatz, Gewichtsveränderungen trotz unverändertem Appetit, Müdigkeit, Haut- und Fellprobleme oder Bluthochdruck können erste Hinweise auf eine hormonelle Erkrankung sein.

Diabetes mellitus beim Hund
 

Diabetes mellitus gehört zu den häufigsten hormonellen Erkrankungen des Hundes. Dabei produziert die Bauchspeicheldrüse nicht mehr ausreichend Insulin, sodass der Blutzuckerspiegel dauerhaft ansteigt. Unbehandelt kann dies zu schwerwiegenden Stoffwechselstörungen und Folgeschäden führen.


Typische Symptome sind vermehrtes Trinken und Harnabsatz, Gewichtsverlust trotz guten Appetits sowie zunehmende Müdigkeit. Häufig entwickelt sich außerdem ein Grauer Star (diabetischer Katarakt), der innerhalb kurzer Zeit zu einer deutlichen Sehverschlechterung oder sogar Erblindung führen kann.


Nach einer sorgfältigen Diagnosestellung erstellen wir für jeden Patienten ein individuelles Behandlungskonzept. Hierzu gehört die Auswahl des für den Hund am besten geeigneten Insulinpräparates, eine ausführliche Ernährungsberatung sowie – wenn erforderlich – die Unterstützung bei einer Ernährungsumstellung. Ziel ist eine möglichst stabile Stoffwechsellage und eine dauerhaft hohe Lebensqualität.


Ein wesentlicher Bestandteil unseres Behandlungskonzeptes ist die enge Zusammenarbeit zwischen Tierhalter und Tierarzt. Mithilfe eines kontinuierlichen Glukosesensors (Continuous Glucose Monitoring, CGM), der den Glukoseverlauf in der Regel bis zu 14 Tage misst, können sowohl Tierhalter als auch Tierarzt die Messwerte gleichzeitig über eine App verfolgen. Dadurch lassen sich Glukosekurven gemeinsam auswerten und Therapieanpassungen frühzeitig und möglichst stressarm vornehmen.


Ebenso wichtig ist die sorgfältige Suche nach Begleiterkrankungen. Unkastrierte Hündinnen sollten im Zusammenhang mit einer Diabeteserkrankung kastriert werden, da die hormonellen Veränderungen während der Läufigkeit eine stabile Diabeteseinstellung erheblich erschweren oder sogar unmöglich machen können. Darüber hinaus können Erkrankungen wie Morbus Cushing, Harnwegsinfektionen oder chronische Entzündungen – insbesondere im Bereich der Zähne und des Zahnhalteapparates – die Einstellung des Diabetes deutlich erschweren. Die enge Zusammenarbeit unserer internistischen und zahnmedizinischen Schwerpunkte ermöglicht es, solche Ursachen frühzeitig zu erkennen und gezielt zu behandeln.


Eine mögliche Komplikation der Insulintherapie ist die Unterzuckerung (Hypoglykämie). Sie äußert sich beispielsweise durch Schwäche, Zittern, Unsicherheit beim Laufen oder Krampfanfälle und stellt einen Notfall dar. Ist der Hund noch bei Bewusstsein, kann bis zur tierärztlichen Versorgung Honig oder Traubenzucker auf die Maulschleimhaut gegeben werden.


Unser Ziel ist nicht ein möglichst perfekter Blutzuckerwert, sondern vor allem eine dauerhaft hohe Lebensqualität für Ihren Hund. Durch eine individuelle Therapie, regelmäßige Kontrollen und die enge Zusammenarbeit mit Ihnen als Tierhalter schaffen wir die Grundlage für eine langfristig erfolgreiche Behandlung.

Diabetes mellitus bei der Katze

 

Auch Katzen erkranken häufig an Diabetes mellitus. Anders als beim Hund besteht häufig ein Zusammenhang mit Übergewicht und einer verminderten Insulinempfindlichkeit. Eine frühzeitige Diagnose ist besonders wichtig, denn wird die Erkrankung rechtzeitig erkannt, bestehen deutlich bessere Behandlungsmöglichkeiten.


Bei geeigneten Katzen, die noch keine ausgeprägten Krankheitssymptome oder einen deutlichen Gewichtsverlust zeigen, können unter bestimmten Voraussetzungen orale Antidiabetika eingesetzt werden. Für andere Patienten stehen verschiedene Insulinpräparate zur Verfügung. Welche Therapie die beste ist, entscheiden wir individuell anhand des Gesundheitszustandes und möglicher Begleiterkrankungen.


Wie beim Hund bildet auch bei der Katze die enge Zusammenarbeit zwischen Tierhalter und Tierarzt die Grundlage einer erfolgreichen Behandlung. Mithilfe eines kontinuierlichen Glukosesensors (CGM), der den Glukoseverlauf in der Regel bis zu 14 Tage misst, können Tierhalter und Tierarzt die Messwerte gleichzeitig über eine App verfolgen und gemeinsam auswerten. Ergänzt wird dieses Konzept durch eine individuelle Ernährungsberatung und – falls notwendig – eine gezielte Gewichtsreduktion.


Bei vielen Katzen kann durch eine frühe und konsequente Behandlung eine Remission erreicht werden. Das bedeutet, dass die Katze vorübergehend kein Insulin mehr benötigt. Dennoch bleiben regelmäßige Kontrollen und ein langfristiges Monitoring wichtig, da ein Rückfall jederzeit möglich ist.


Eine häufige Folge eines länger bestehenden oder schlecht eingestellten Diabetes ist die diabetische Polyneuropathie. Betroffene Katzen laufen häufig mit abgesenkten Sprunggelenken auf der gesamten Hinterpfote (plantigrade Fußung) und springen weniger. Bei einer guten Diabeteseinstellung kann sich diese Nervenschädigung häufig wieder deutlich bessern.


Wie beim Hund suchen wir auch bei Katzen gezielt nach Begleiterkrankungen(Akromegalie 25% von den Diabetikern), die eine stabile Einstellung erschweren können. Hierzu gehören unter anderem Morbus Cushing, Harnwegsinfektionen sowie chronische Entzündungen – insbesondere Erkrankungen der Maulhöhle und des Zahnhalteapparates. Durch die enge Zusammenarbeit unserer verschiedenen Fachbereiche können solche Ursachen frühzeitig erkannt und behandelt werden.


Eine besonders schwerwiegende Komplikation ist die diabetische Ketoazidose (DKA). Sie tritt vor allem bei Katzen mit unbehandeltem oder unzureichend eingestelltem Diabetes auf, kann jedoch auch unter einer Therapie mit oralen Antidiabetika entstehen, wenn die Erkrankung fortschreitet. Die DKA ist ein lebensbedrohlicher Notfall und erfordert eine intensive stationäre Behandlung. Mithilfe unserer Blutgasanalyse, der Ketonkörperbestimmung und einer engmaschigen Überwachung können wir betroffene Katzen gezielt diagnostizieren und behandeln.


Auch bei Katzen ist unser Ziel eine dauerhaft gute Lebensqualität und eine möglichst stabile Stoffwechsellage. Mit einer individuell abgestimmten Therapie, regelmäßigen Verlaufskontrollen und einer engen Zusammenarbeit mit den Tierhaltern begleiten wir unsere Patienten oft über viele Jahre.

Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag 8:00 Uhr bis 18.30 Uhr
Samstag 9:00 Uhr bis 12
:00 Uhr

Notfallsprechstunde:
Sonntag 17:00 Uhr bis 18:00 Uhr

 

Im Notfall: 08323  / 6512
Sie werden zum diensthabenden Tierarzt weitergeleitet.

Kontakt:
Jahnstraße 6
87509 Immenstadt
Telefon +49 (0) 8323 6512

Fax +49 (0) 8323 953 49
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