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Orthopädische Beschwerden bei der Katze
Beschwerden frühzeitig erkennen
Katzen zeigen orthopädische Schmerzen häufig sehr viel subtiler
Sie springen vielleicht nicht mehr auf ihren Lieblingsplatz, bewegen sich weniger, schlafen mehr oder haben Schwierigkeiten bei der Fellpflege. Solche Veränderungen entwickeln sich oft schleichend und werden leicht dem Älterwerden zugeschrieben. So können insbesondere chronische Gelenkschmerzen über lange Zeit unbemerkt bleiben und von der Katze still ertragen werden.
Eine sorgfältige orthopädische Untersuchung ist deshalb der erste Schritt, um herauszufinden, woher die Beschwerden kommen. Anschließend kann gezielt entschieden werden, welche weiterführende Diagnostik sinnvoll ist.
Woher kommen die Schmerzen?
Eine Lahmheit kann viele Ursachen haben. Neben akuten Verletzungen kommen beispielsweise Arthrose, Kreuzbanderkrankungen, Patellaluxationen, Erkrankungen von Sehnen und Muskeln, entzündliche Gelenkerkrankungen oder Veränderungen an den Knochen infrage.
Bereits im Vorgespräch sind deshalb wichtige Fragen: Seit wann besteht die Lahmheit? Trat sie plötzlich oder schleichend auf? Ist sie dauerhaft vorhanden oder nur zeitweise? Wird sie nach Belastung stärker oder fällt sie besonders nach Ruhephasen auf? Gab es einen Unfall oder eine ungewöhnliche Belastung? Sind gleichzeitig Allgemeinsymptome wie Fieber, Mattigkeit oder Appetitverlust aufgetreten?
Diese Informationen helfen, die anschließende Untersuchung und weitere Diagnostik gezielt zu planen.
Die orthopädische Untersuchung – zuerst kommt der Patient
Am Anfang steht immer die klinische Untersuchung. Das Gangbild wird beurteilt und der Bewegungsapparat systematisch untersucht.
Dabei wird unter anderem geachtet auf:
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Gelenkbeweglichkeit und Gelenkstabilität
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Schmerzreaktionen
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Schwellungen oder Gelenkergüsse
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Muskulatur und Seitenunterschiede
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Sehnen und Bänder
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Fehlstellungen und Veränderungen der Gliedmaßen
Bestimmte orthopädische Tests können zusätzliche Hinweise geben – beispielsweise bei Verdacht auf eine Kreuzbanderkrankung oder Patellaluxation.
Nicht jede Bewegungsstörung hat jedoch eine rein orthopädische Ursache. Neurologische Erkrankungen können ein ähnliches Erscheinungsbild verursachen. Ebenso können entzündliche oder infektiöse Erkrankungen zu Schmerzen und Lahmheiten führen. Dazu gehören beispielsweise eine immunbedingte Polyarthritis, eine bakterielle (septische) Gelenkentzündung und – abhängig von Vorgeschichte und Befunden – auch durch Zecken übertragene Erkrankungen.
Deshalb wird nicht nur das betroffene Bein oder Gelenk, sondern der Patient als Ganzes betrachtet. Je nach Befund wird die orthopädische Untersuchung durch eine neurologische oder internistische Abklärung ergänzt.
Röntgen – Knochen und Gelenke sichtbar machen
Das Röntgen gehört zu den wichtigsten bildgebenden Verfahren in der Orthopädie. Es eignet sich besonders zur Beurteilung von Knochen und Gelenken und kann beispielsweise Veränderungen bei Arthrose, Frakturen, Fehlstellungen, Gelenkerkrankungen oder Knochentumoren sichtbar machen.
Entscheidend für aussagekräftige orthopädische Röntgenbilder ist eine exakt reproduzierbare Lagerung. Je nach Körperregion und Fragestellung kann deshalb eine Sedation oder kurze Narkose sinnvoll sein. Sie ermöglicht eine entspannte, schmerzfreie Positionierung und verhindert Bewegungsunschärfe.
Welche Aufnahmen erforderlich sind, ergibt sich aus der vorherigen orthopädischen Untersuchung und der konkreten Fragestellung.
Ultraschall – Sehnen, Muskeln und andere Weichteile untersuchen
Nicht alle Strukturen des Bewegungsapparates lassen sich im Röntgenbild gleichermaßen gut beurteilen. Bei Erkrankungen von Muskeln, Sehnen und anderen Weichteilstrukturen kann die Ultraschalluntersuchung deshalb eine wichtige Ergänzung sein.
Auch Flüssigkeitsansammlungen und Veränderungen im Bereich bestimmter Gelenke oder gelenknaher Strukturen können sonographisch untersucht werden.
Ein besonderer Vorteil des Ultraschalls ist die Möglichkeit der dynamischen Untersuchung: Bestimmte Strukturen können während der Bewegung betrachtet und unmittelbar mit der gegenüberliegenden Seite verglichen werden.
Gelenkspunktion – wenn die Gelenkflüssigkeit wichtige Hinweise liefert
Besteht der Verdacht auf eine entzündliche oder infektiöse Gelenkerkrankung, kann eine Gelenkspunktion (Arthrozentese) notwendig sein. Dabei wird unter sterilen Bedingungen eine kleine Menge Gelenkflüssigkeit entnommen und anschließend untersucht.
Die Analyse der Gelenkflüssigkeit kann wichtige Hinweise darauf geben, ob beispielsweise eine immunbedingte Polyarthritis oder eine septische Arthritis vorliegt. Je nach Verdacht können zusätzliche Laboruntersuchungen oder Untersuchungen auf bestimmte Infektionserkrankungen erforderlich sein.
Gerade bei Patienten, die an mehreren Gelenken Schmerzen zeigen oder zusätzlich Fieber bzw. andere Allgemeinsymptome haben, kann diese Diagnostik entscheidend sein.
KCT/CBCT -
wenn Knochen dreidimensional beurteilt werden sollen
Bei komplexeren orthopädischen Fragestellungen kann die dreidimensionale Bildgebung zusätzliche Informationen liefern.
Mit dem NewTom 7G CBCT mit Dual-Energy-Technologie können knöcherne Strukturen ohne die im konventionellen Röntgen unvermeidlichen Überlagerungen dargestellt werden. Aus den gewonnenen Daten lassen sich Schnittbilder und dreidimensionale Rekonstruktionen erstellen.
Das kann insbesondere bei komplexen knöchernen Veränderungen, schwer überlagerungsfrei darstellbaren Regionen, bestimmten Gelenkerkrankungen oder Frakturen hilfreich sein. Auch für die Planung eines chirurgischen Eingriffs kann eine dreidimensionale Darstellung wertvolle zusätzliche Informationen liefern.
CT/CBCT ersetzt dabei nicht grundsätzlich das Röntgen. Entscheidend ist vielmehr, für die jeweilige Fragestellung das diagnostische Verfahren auszuwählen, das die benötigten Informationen am zuverlässigsten liefert.

Von der Diagnose zur passenden Behandlung
Nicht jede Lahmheit und nicht jede Gelenkerkrankung muss operiert werden. Entscheidend ist zunächst eine möglichst genaue Diagnose.
Je nach Ursache kommen Schmerztherapie und Arthrosemanagement, Anpassung von Bewegung und Körpergewicht, Physiotherapie oder eine operative Behandlung infrage. Bei entzündlichen oder infektiösen Erkrankungen richtet sich die Behandlung dagegen nach der zugrunde liegenden Ursache.
Ist eine Operation notwendig, können viele orthopädische Erkrankungen auch in der Praxis chirurgisch versorgt werden. Dazu gehören unter anderem Kreuzbanderkrankungen, Patellaluxationen und verschiedene Frakturen.

Wir für dein Tier
Schmerzen bei Katzen erkennen und ihre Beweglichkeit erhalten.
Wenn deine Katze weniger springt, sich seltener putzt oder sich zunehmend zurückzieht, können orthopädische Schmerzen dahinterstecken. Mit einer sorgfältigen Untersuchung und gezielter Bildgebung wie Röntgen oder Ultraschall klären wir mögliche Ursachen ab. Anschließend stimmen wir die Behandlung individuell auf die Bedürfnisse deiner Katze ab.
Auch subtile Veränderungen verdienen Aufmerksamkeit. Wir beraten dich gerne, wie wir Schmerzen erkennen und deiner Katze zu mehr Beweglichkeit und Lebensqualität verhelfen können.
